Zoo Bilder Workflow

Zoo Bilder Workflow

Zeit mein Versprechen aus dem letzten Beitrag einzulösen und euch meinen Workflow der Zoo-Bilder zu zeigen! Ich fange bei der Tasche an und höre mit dem Lightroom-Import für das fertige Bild auf.

 

Bevor wir geistig nochmal meine Tasche packen, sollten wir mal überlegen welche Grund-Idee dahinter steckte. Ich wollte wie im vorherigen Post bereits erwäht ein richtig cooles Charakter-Potrait von einem Affen. Ich hatte also eine richtige Idee im Kopf und möchte euch empfehlen das auch zu machen. Überlegt was ihr wollt und zwar möglichst genau. Wenn euch was dazwischen kommt, könnt ihr immer noch genügend spontan sein 😉

Damit stand schon mal fest was ich alles für dieses „Projekt“ brauchte:

Zoo Bilder Workflow

Ich liebe dieses Potrait. Der Kamerad hier zeigt so richtig Charakter finde ich 🙂

 

Zusätzlich mitgenommen habe ich trotzdem mal das 18-55 und das 55-250. Gebraucht habe ich sie aber nicht. Wem allerdings ein solches Tele zu groß ist, der kann natürlich zu einem Canon Tele-Zoomobjektiv EF-S 55-250mm 1:4-5,6 IS STM greifen. Das bietet ne Top-Bildqualität, aber leider nur die halbe Brennweite.

 

Wie bin ichs vor Ort angegangen?

 

Erstmal Tele drauf und Streulichtblende hin. Sieht fett aus. Dazu noch der Batteriegriff. 1A!

Viele verachtende Blicke und ein paar anerkennende einiger Spiegelreflexfotografen bekommen. Also alles wie immer mit der Gerät…

 

Einstellungen an der Kamera?

 

Das kam ein bisschen auf die Brennweite und die Umgebung an.

Bei einer Brennweite von 500mm und einer Verschlusszeit von 1/400 kann man mit dem Sigma noch frei Hand schießen. (Respekt an Sigma an dieser Stelle, der Bildstabi ist erste Sahne).

 

Jetzt kommen wir zum Problem. 1/400 geht bei schattigen Bereichen schon mal zu Lasten der ISO. Und ISO 1600 sieht man bei meiner EOS 600D einfach. Das ist so, wird so bleiben und die Kunst liegt darin damit umzugehen. Wo bleibt sonst meine Herausforderung?

Heißt für mich im Klartext. Viel Brennweite bei schattigen oder Motiven in Hallen oder ähnlichen gab es entweder mit Rauschen oder aber mit Stativ oder aber mit weniger Brennweite.

 

Das Stativ habe ich mir übrigens gezielt gespart. Nicht einmal aus Faulheit (ok, vielleicht ein bisschen). Aber ich wollte es auch wissen! Wie weit kann ich mit meinem Tele gehen und dabei noch scharfe Bilder zaubern? Außerdem konnte ich bei Bedarf auch meine Kamera irgendwo auflegen oer außreichend stabilisieren. (Zum Beispiel bei den Erdmämmchen, die waren nämlich drinnen). Damit konnte ich dann runtergehen bis auf 1/250 bei 500mm.

 

Und wie habe ich jetzt konkret fotografiert?

 

Zeitvorwahl, je nach Brennweite und Situation bei 1/400 bis 1/160.

Blende wurde mir dann errechnet, war aber zu Gunsten ISO meist offenblendig und wenns mir von der Tiefenschärfe nicht mehr gepasst hat, dann musste einfach der manuelle Modus her.

ISO habe ich auf Auto gestellt, im Menü aber auf 1600 begrenzt, immer fein drauf geachtet und wenn es nur irgendwie ging es vermieden soweit hoch zu gehen.

Aber….

So ein Tele ohne Stativ produziert trotz sehr gutem Stabi trotzdem eine ganze Menge Ausschuss. Nicht nur das, nein, auch müssen die Tiere ja passend posen und nach dem man diese ja nicht anleiten kann, braucht das schon mal eine ganze Weile. Darum ist in diesem Fall viel Knipsen tatsächlich besser und der Serienbildmodus ganz klar im Vorteil.
So kam es dann das ich tatsächlich über 1500 Bilder mit heim gebracht habe…

 

Das Aussortieren in Lightroom:

Läuft bei mir fast immer nach dem gleichen Schema ab: Ich bewerte nach Sternen. 1 Stern = Müll, 2 Sterne = behalten, nur RAW,  3Sterne, RAW + Photoshop.

Das wäre ungefähr gleichzusetzen mit: 1 Stern = Schrott, 2 Sterne = gut, 3 Sterne = geil.

Und mein Potrait bekam natürlich drei Sterne.

Obwohl ich das ja eigentlich für Schwachsinn halte, zeige ich euch jetzt trotzdem mein Bild out of camera, also ganz ohne Bearbeitung….

 

Zoo Bilder Workflow

Ganz schön flaue Nummer oder?

 

Also gut, was fällt auf? Das Bild wirkt ein bisschen flau und zu langweilig für das Motiv. Da brauchts mehr „Bumms“.

Wie immer steht am Anfang die RAW-Entwicklung.

In meinem Fall habe ich folgende Einstellungen verwendet um folgendes Bild zu generieren:

 

Zoo Bilder Workflow

CAMERA-RAW Einstellungen

Zoo Bilder Workflow

Bild nach CAMERA-RAW

Übrigens: Ich öffne meine Bilder für Photoshop immer über Lightroom per Rechtsklick -> Bearbeiten in -> In Photoshop CC als Smartobjekt öffnen
So habt ihr immer ein fertiges Smarobjekt, an dem ihr sofort anpacken könnt UND Lightroom erstellt euch eine virtuelle Kopie. Sau praktisch!

 

Prinzipiell sind meine genauen Einstellungen egal, das Prinzip ist hier viel wichtiger. Ich habe die Tiefen aufgehellt um mehr Zeichnung in die Augen zu bekommen und die Lichter abgedunkelt um mehr Zeichnung ins Fell zu bekommen. Außerdem habe ich noch einen Radialfilter mit Wirkung nach außen auf das Gesicht angewandt um den Blick ein wenig zu lenken.

Retuschiert habe ich nur ein paar minimale Flecken, die kaum auffallen. Darum lade ich dazu jetzt kein extra Bild in den Beitrag.

Kommen wir nun zu einem heiklen Teil in der Retusche. Dodge and Burn…
Da ich hier ja von Anfang etwas mit Charakter wollte, habe ich etwas mehr gemacht.

 

Zoo Bilder WorkflowIch habe mit Dodge and Burn ein bisschen das Fell nachgezeichnet (dünner, dunkler Streifen mittig auf dem Kopf), die Wangen und Nase ein bisschen abgedunkelt und zudem noch die Augen etwas mehr leuchten lassen.

Und zu guter Letzt habe ich noch den Rand des Bildes ein bisschen abgedunkelt und leicht entsättigt. Fertig war das Bild.

 

Zoo Bilder WorkflowZoo Bilder WorkflowUnd direkt drunter zum Vergleich nochmal das Anfangsbild.

 

Ich hoffe das war ein bisschen interessant für euch!

 

Liebe Grüße,

euer Karlheinz

 

PS: Ihr wollt mehr solcher Beiträge, eventuell sogar als Desktop-Recording? Dann lasst mal was hören 🙂

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